Leif Randt „Schimmernder Dunst über Coby County“

„Auch viele Treffen später, als wir schon routiniert miteinander schliefen und glaubten, unsere unbewussten Gesten gegenseitig bereits lesen zu können, definierten wir noch nicht, was wir waren.“ 
Wim Endersson

 

CobyCounty ist der beste, auf jeden Fall aber der perfekteste Ort der Welt. Davon ist der 26jährige Literaturagent Wim Endersson genauso überzeugt wie sein gesamtes soziales Umfeld.

Das futuristisch beglückende und geordnete Leben verläuft in Coby County für eine sehr genau abgezirkelte Bewohnerschaft, die gut gestellte Mittelschicht, in durchsichtigen, vielleicht sogar schön zu nennenden Bahnen. Doch dann zeigen sich Risse im Wohlfühl-Paradies.

Wäre seine heile Welt von außen, vom Neid, bedroht, wäre Wim nicht überrascht. Aber dass die Risse und Brüche aus dem Innern der Bewohner Coby Countys hervorbrechen, irritiert und schockiert den Agenten zutiefst und konfrontiert ihn mit einer tiefsitzenden Hilflosigkeit, die es in Coby County nicht geben sollte.

Erschienen als Leif Randt, Schimmernder Dunst über Coby County, Piper.

Haruki Murakami „Kafka am Strand“

„Vielleicht habe ich meinen Vater durch meine Träume ermordet. Vielleicht habe ich einen besonderen Traum-Tunnel durchquert, um meinen Vater zu töten.“ 

Kafka

In zwei miteinander verwobenen Geschichten erzählt Haruki Murakami von der Suche nach Identität, vom Erwachsen werden,  der Liebe und von Katzen. Wer mäandernde Geschichten, verwobenen Rätsel, Parallelwelten- und Zeiten und den magischen Realismus mag, wird diesen Roman lieben.

Geheimnisse und Rätsel bestimmen die Welt des 15-jährigen Kafka, dessen Vater ihm Schreckliches prophezeit hat: Wie einst Ödipus, so wird auch Kafka mit seiner Schwester und Mutter schlafen, die er, der allein bei seinem Vater aufgewachsen ist, nicht kennt.

Kafka flieht vor dem Fluch und seinem gewalttätigen Vater.  Als er jedoch mit blutigem Hemd in einem Gebüsch aufwacht, ohne sich an die Geschehnisse der Nacht erinnern zu können, fürchtet er das Schlimmste. Denn sein Vater hat auch prophezeit, dass Kafka ihn umbringen werde.

Auf der Flucht vor seinem Schicksal landet Kafka in einer mysteriösen Bibliothek, in der er zwar noch mehr Rätsel findet, aber auch einen Freund und die Gelegenheit, seinem Schicksal eine entscheidende Wendung zu geben.

Erschienen als Haruki Murakami, Kafka am Strand, Dumont, 2004.

Juli Zeh „Adler und Engel“

„Es ist nett, wie sie das mit der Ironie versucht. Ich selbst habe es nicht mehr nötig, witzig zu sein, das macht frei.“
                                                                                                                        Max

Max ist mit Jessie, der Tochter eines Drogenbosses zusammen. Als sich Jessie während eines Telefonats mit ihm erschießt, bricht seine fragile Welt zusammen. Er kapselt sich von der Außenwelt ab, dröhnt sich mit Koks zu, um Erlösung zu finden und hofft insgeheim, bei seinen Exzessen einfach drauf zu gehen.

Als er in einer einsamen Nacht in der Radiosendung von Clara anruft, um zu reden, bereut er seine Offenheit schnell und legt auf. Doch Clara lässt sich nicht so leicht abwimmeln. Sie interessiert sich für seinen Fall und nimmt einiges auf sich, um mehr von ihm zu hören. Als sie in der gemeinsamen Wohnung von Max und Jessie 300.000 Mark findet, von denen auch Max nichts wusste, bringt sie damit nicht nur Max zum Reden bringt, sondern auch beide auf die Spur von dem, was wirklich mit Jessie geschah.

Erschienen als Juli Zeh, Adler und Engel, Schöffling & Co.

Nick Cave „Der Tod des Bunny Munro“

"Er kommt sich vor wie die Fettschicht, die der Metzger von einem feinen Stück Rinderfilet abschneidet, und ihm geht dieser Song durch den Kopf, I never felt this way before." 

Bunny Munro ist ein Looser. Ein sexsüchtiger Versager, der nichts auf die Reihe kriegt. Und dann bringt sich auch noch seine Frau um und er muss seinen kleinen Sohn Bunny Junior mit zu seinen Vertreter-Reisen nehmen, während sein Leben immer schneller den Bach hinunter geht. Und während wir ihm dabei zusehen können und mit Bunny Junior fühlen, der seinen Vater bewundert und liebt und nur langsam erkennen muss, wen er da vor sich hat, wird auf anrührende Weise klar, dass Bunny Munro sein Bestes gegeben hat - nur war das einfach nicht so gut. Er hat versagt.

 

Erschienen als Nick Cave, der Tod des Bunny Munro, Fischer Taschenbuch Verlag, 2011.

Elena Ferrante „Meine geniale Freundin“

"Ich bringe andere dazu, das Falsche zu tun." 
Lila

Neapel, 60er Jahre: Zwei Freundinnen wachsen im Armenviertel der Stadt, dem Rione auf. Voller Bewunderung, aber auch voll Neid, eifert die Erzählerin ihrer hochbegabten, genialen Freundin Lila nach, wo sie nur kann. Doch weder Lilas Talente, noch ihr eigensinniges Wesen scheinen auszureichen, um den engen, von der Mafia durchsetzten Verhältnissen des Rione entkommen zu können.   

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Truman Capote „Die Tür fällt zu“ IV/IV

"Er war immer bereit gewesen, seine Charakterfehler zuzugeben, denn wenn er sie eingestand, war ihm, als würden sie nicht länger existieren."

Walter, ein junger Mann ohne moralischen Kompass, versucht in New York Fuß zu fassen und in der schönen Welt der Werbung nach oben zu kommen. Doch verstrickt er sich, des eigenen Selbst höchst ungewiss, in seinen zwanghaften Boshaftigkeiten und Intrigen.

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Truman Capote „Die Tür fällt zu“ III/IV

"In uns schwebt etwas herum, das man die Seele nennt, und wenn du stirbst, bist du niemals tot; ja, und wenn wir lebendig sind, sind wir niemals lebendig."
Anna 

Walter, ein junger Mann ohne moralischen Kompass, versucht in New York Fuß zu fassen und in der schönen Welt der Werbung nach oben zu kommen. Doch verstrickt er sich, des eigenen Selbst höchst ungewiss, in seinen zwanghaften Boshaftigkeiten und Intrigen.

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Truman Capote „Die Tür fällt zu“ II/IV

"Er war sich nie sicher, ob er X mochte oder nicht. Er brauchte die Liebe von X, war selbst aber unfähig zu lieben."

Walter, ein junger Mann ohne moralischen Kompass, versucht in New York Fuß zu fassen und in der schönen Welt der Werbung nach oben zu kommen. Doch verstrickt er sich, des eigenen Selbst höchst ungewiss, in seinen zwanghaften Boshaftigkeiten und Intrigen.

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Truman Capote „Die Tür fällt zu“ Part I/IV

"Walter, hör mal gut zu: Wenn dich alle ablehnen, alle gegen dich arbeiten, dann glaub ja nicht, dass das pure Willkür ist; dieses Verhalten beschwörst du selbst herauf." 
Anna

Walter, ein junger Mann ohne moralischen Kompass, versucht in New York Fuß zu fassen und in der schönen Welt der Werbung nach oben zu kommen. Doch verstrickt er sich, des eigenen Selbst höchst ungewiss, in seinen zwanghaften Boshaftigkeiten und Intrigen.

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Siri Hustved „Die Verzauberung der Lili Dahl“

"Weil du gesagt hast, dass sie geheimnisvoll war und daß du hinter ihr her warst, und weil ich denke, daß Männer, wenn sie hübsche Frauen sehen, alles mögliche in sie hineinphantasieren, bevor sie sie überhaupt kennen, und dann müssen sie immer so weitermachen." 
Lily Dahl

Schwül heiße Sommerträume 

Als gegenüber von Lili Dahl, einem jungen Kleinstadtmädchen, der mysteriöse Maler Ed Shapiro einzieht, gerät sie sofort in seinen Bann. Die Bildern, die er von den Bewohnern des Städtchens malt, scheinen diese in einem genauen Kern ihres Wesens zu treffen und zu zeigen. Auch Lili will gesehen werden und zieht sich eines Nachts an ihrem Fenster für Ed aus.    

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