Leif Randt „Schimmernder Dunst über Coby County“

„Auch viele Treffen später, als wir schon routiniert miteinander schliefen und glaubten, unsere unbewussten Gesten gegenseitig bereits lesen zu können, definierten wir noch nicht, was wir waren.“ 
Wim Endersson

 

CobyCounty ist der beste, auf jeden Fall aber der perfekteste Ort der Welt. Davon ist der 26jährige Literaturagent Wim Endersson genauso überzeugt wie sein gesamtes soziales Umfeld.

Das futuristisch beglückende und geordnete Leben verläuft in Coby County für eine sehr genau abgezirkelte Bewohnerschaft, die gut gestellte Mittelschicht, in durchsichtigen, vielleicht sogar schön zu nennenden Bahnen. Doch dann zeigen sich Risse im Wohlfühl-Paradies.

Wäre seine heile Welt von außen, vom Neid, bedroht, wäre Wim nicht überrascht. Aber dass die Risse und Brüche aus dem Innern der Bewohner Coby Countys hervorbrechen, irritiert und schockiert den Agenten zutiefst und konfrontiert ihn mit einer tiefsitzenden Hilflosigkeit, die es in Coby County nicht geben sollte.

Erschienen als Leif Randt, Schimmernder Dunst über Coby County, Piper.

Edgar Hilsenrath „Der Nazi und der Frisör“

"Itzig Finkelstein erblickte das Licht der Welt genau zwei Minuten und zweiundzwanzig Sekunden nachdem mich die Hebamme Gretchen Fettwanst mit einem kräftigen Ruck aus dem dunklen Schoß meiner Mutter befreite … wenn man mein Leben als Befreiung bezeichnen kann, was … schließlich und endlich … ziemlich fragwürdig wurde."

Max Schulz

Das doppelte Spiel eines Nazis

Darf man eine Satire über die Juden und den Holocaust schreiben? Edgar Hilsenrath, selbst ein Überlebender des Holocaust, macht es - und schreibt so schwarzhumorig, pointiert und grotesk, dass man seinen Roman nicht mehr aus der Hand legen kann. 

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